Alpsee Grünten Plus
Viehscheid: ein Stück Allgäuer Alpkultur
Nach dem Sommer auf den Bergweiden kehren die Herden beim Viehscheid ins Tal zurück. Schellenklang, Hirten und das geschmückte Kranzrind machen die Rückkehr zu einem sichtbaren Stück Allgäuer Alpwirtschaft.
© Dominik Ultes - stock.adobe.comWenn die Herden ins Tal zurückkehren
Nach dem Sommer auf den Bergweiden ziehen die Tiere beim Viehscheid ins Tal. Schellenklang, Hirten und das geschmückte Kranzrind machen die Rückkehr weithin sichtbar. Auf dem Scheidplatz werden die Tiere den Besitzern zugeordnet. Hinter dem farbenfrohen Bild steht die Arbeit eines ganzen Alpsommers.
Mehr als ein Fest für Zuschauer
Nach ungefähr hundert Tagen auf den Hochweiden kommen die Herden im Herbst zurück. Der Name „Viehscheid“ verweist auf die Arbeit am Scheidplatz: Dort werden die Tiere getrennt und ihren Besitzern zugeordnet. Im Allgäu heißt die Bergweide Alpe; deshalb ist auch der Begriff Alpabtrieb gebräuchlich. Die Alpwirtschaft hat Landschaft und Alltag der Region über Jahrhunderte geprägt. Der Viehscheid ist ihr festlicher Schlusspunkt, bleibt für Hirten und Älpler aber ein Arbeitstag.
Ein geschmücktes Kranzrind führt die Herde nur dann an, wenn Mensch und Tier den Alpsommer unversehrt überstanden haben. Blumen, Blätter und Beeren der Alpe gehören zum Schmuck; vielerorts kommen Kreuz und Spiegel hinzu. Schellen, Hirten und Tiere machen die Ankunft eindrucksvoll, doch am Scheidplatz braucht die Herde Platz und Ruhe.
Mit Rücksicht dabei sein
Ausgewiesene Zuschauerbereiche, Absperrungen und freie Triebwege schützen Tiere und Menschen. Feste Schuhe und wetterfeste Kleidung passen zum Herbstmorgen. Bei großen Viehscheiden kann die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln sinnvoll sein, weil Straßen zeitweise gesperrt werden. Die konkreten Termine der gedruckten Ausgabe sind vergangen; aktuelle Viehscheid-Daten sollten unmittelbar beim jeweiligen Veranstalter geprüft werden.